(pressebox) Hannover, 19.11.2007 - Zur Darstellung der Preisänderungen auf den internationalen Rohstoffmärkten führt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) einen Preisindex für metallische Rohstoffe (BGR-MPI) ein. In diesem Index sind die Änderungen der Monatspreise für 20 metallische Rohstoffe, die nach Deutschland importiert werden, in einem einzigen Zahlenwert usammengefasst. Der neue BGR-MPI kann unter http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min__rohstoffe/Produkte/produkte__node.html eingesehen werden und wird monatlich aktualisiert. Der BGR-MPI richtet sich in erster Linie an die Metall verarbeitende Industrie in Deutschland. Ein Vergleich des BGR-MPI mit Rohstoff-Indizes für Geldanleger, zum Beispiel dem CRB Metall-Subindex, zeigt, dass die deutsche Metallrohstoffwirtschaft im Zeitraum 2000 bis 2006 durch die Preisentwicklung stärker betroffen wurde, als die Entwicklung des CRB Subindexes vermuten lässt. Erst seit Anfang 2007 kommt es zu einer Angleichung beider Indizes. Der Euro-basierte BGR-MPI zeigt aber auch, dass der derzeit günstige Wechselkurs des Euro die höheren Belastungen der deutschen Wirtschaft durch die gestiegenen Rohstoffpreise teilweise abfedert. Die 20 Metalle, die den Gesamtindex bilden, werden in vier Rohstoffuntergruppen oder Subindizes unterteilt. Dies sind Edelmetalle – Gold, Platin und Silber –, Bunt- und Leichtmetalle – Blei, Kupfer, Aluminium, Zink, Zinn und Magnesium –, Stahlveredler – Nickel, Molybdän, Wolfram, Tantal, Kobalt, Silizium, Vanadium, Titan und Mangan – sowie Eisen und Stahl. Bei den Stahlveredlern bilden die strategischen Metalle Kobalt, Wolfram und Tantal einen weiteren Subindex, da sie aufgrund ihres Einsatzes in High-Tech-Produkten und der damit verbundenen Wertschöpfung eine im Vergleich zu dem Nettoeinfuhrwert überproportional große Bedeutung für die deutsche Wirtschaft haben. Die Wichtung der einzelnen Rohstoffe ergibt sich aus Preis und Menge eines Rohstoffs im Verhältnis zum Nettoimportwert sämtlicher Einfuhren von metallischen Rohstoffen in der Berichtsperiode. Unter Nettoimportwert wird der um den Wert der Reexporte verminderte Wert der Einfuhren verstanden. So betrug im Jahr 2005 der Wert der metallischen Rohstoffimporte nach Deutschland rund 20,2 Mrd. €, der der entsprechenden Reexporte rund 8,9 Mrd. €. Daraus ergibt sich ein Nettoimportwert von 11,3 Mrd. €. Nicht-metallische Rohstoffe wie Industrieminerale, Steine und Erden haben keinen Eingang in den BGR-MPI gefunden, da ihr wertmäßiger Anteil am grenzüberschreitenden Rohstoffhandel relativ gering ist. Energierohstoffe, obwohl wertmäßig am bedeutendsten, wurden hier ebenfalls nicht berücksichtigt, weil die Energiemärkte verhältnismäßig gut bekannt sind und intensiv beobachtet werden. Dagegen haben vor allem die Preissteigerungen auf den Metallmärkten die deutsche Wirtschaft unvorbereitet getroffen.
Letztes Update : 19-11-2007 17:37
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